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Unsere Idee

Das seit Januar 2015 laufende Kooperationsprojekt zwischen dem Handballbundesligisten MT Melsungen und Institut für Sport und Sportwissenschaft der Universität Kassel hat die pädagogisch verantwortungsbewusste Bewegungsförderung von Grundschulkindern als Ziel. Die projektierten Ballsportgruppen in der Region Kassel setzten hier an und nehmen eine Erhöhung der Bewegungszeiten und eine ballsportbezogene Bewegungsförderung in den Fokus. Die Spielsportarten bieten sich in diesem Zusammenhang in besonderem Maße an, denn sie gehören bei Jungen wie Mädchen zu den beliebtesten Freizeit- und Vereinssportarten. Ferner bieten die pädagogischen Möglichkeiten der Teamsportarten im Bereich der Schaffung sozialer und kooperativer Lerngelegenheiten eine weitere Perspektive in diesem außerunterrichtlichen Sportangebot. Die ballstars verfügen über ein Kooperationsnetzwerk mit 12 Grundschulen in Nordhessen. Die jahrgangsübergreifenden Ballsportgruppen (Jahrgänge 1+2 und 3+4) sind für alle sportinteressierten Grundschülerinnen und Grundschüler der Kooperationsschulen offen, so dass im 4-jährigen Projektzeitraum gut 400 Kinder das Programm durchlaufen werden. Inhaltlich folgt das Projekt dem Aufbau des Kassler Modells der integrativen Sportspielvermittlung. Durch das im Juli 2019 neu eingeführte Partnerprogramm sollen weitaus mehr Schulen die Möglichkeit erhalten Teil der ballstars zu werden.

„Hier kommt für Kinder der Teamsport ins Spiel“.

Bei uns werden Kooperation, der Teamgedanke und das Zusammenspiel großgeschrieben. Über die Freude an der Bewegung und dem aktiven Miteinander sollen die Kinder für den Ballsport begeistert werden und wissenschaftlich fundiert üben und trainieren. Die inhaltliche Grundlage der ballstars bietet das Kasseler Modell der integrativen Sportspielvermittlung. Fast zwanzig Jahre Erfahrung mit diesem Vermittlungsansatz sprechen für sich.

Was ist das Kasseler Modell?

Bereits in den 1990er Jahren wurde an der Universität Kassel ein Studienreformprojekt zur Entwicklung eines Curriculums zur integrativen Sportspielausbildung durchgeführt. Innerhalb dieses Projekts sollte eine sportspielübergreifende Vermittlung der großen Sportspiele Basketball, Handball und Fußball curricular entwickelt, in der Praxis erprobt und evaluiert werden. Auf der Basis von langjährigen Erfahrungen und sportwissenschaftlichen Theorieansätzen ging es darum, die Ausbildung der Studierenden auf dem Gebiet der Sportspiele zu verbessern und dem neuen Erkenntnisstand der Sportspieldidaktik anzupassen. So ist zum einen eine fundierte und umfassende Ausbildung im Lehramtsstudium gewährleistet, zum anderen findet das Kasseler Modell so auch über die Lehrerinnen und Lehrer Einzug in den Sportunterricht in der Sekundarstufe. In 2014 wurde das Kasseler Modell nun für den Einsatz in der Grundschule erweitert. Ein Schwerpunkt liegt vor Allem auf dem „Miteinander“ in Spielsituationen sowie der Ausbildung von Basiskompetenzen im Umgang mit dem Ball. Mit einer Reduktion der Komplexität und einer Anpassung der Spielformen wird den besonderen Voraussetzungen der jüngeren Lerngruppe Rechnung getragen. Somit wird erreicht, dass der dreistufige Aufbau des Kasseler Modells erhalten bleibt und die Grundschulkinder bestmöglich gefördert werden. Am Ende steht die Befähigung zur Teilnahme an den Mini-Varianten der Sportspiele.

Warum ein zusätzliches Sportangebot?

Der Bedarf, Kinder bereits früh zur Bewegung anzuregen und sportlich zu fördern, ist gegeben. Reduzierte Bewegungsaktivitäten in der Freizeit, fehlende Möglichkeiten und geringere Zeitbudgets der Kinder führen zu einem reduzierten sportlichen Erfahrungshorizont und häufig zu einer mangelnden Ausprägung der motorischen Kompetenzen. Dabei steht außer Frage, welche große Bedeutung der Bewegung für die ganzheitliche, gesunde Entwicklung von Kindern zukommt.

Warum Sportspiele?

Der Stellenwert, den die Sportspiele bei Kindern und Jugendlichen sowohl in der Schule als auch in der Freizeit einnehmen, ist nach wie vor sehr hoch. Ballspiele sind anhaltend zentrale Bestandteile des schulischen sowie freizeitlichen Sportengagements von Kindern und erfreuen sich großer Beliebtheit – eine starke Motivation ist garantiert. Die Teamsportarten sind aufgrund ihrer  vielfältigen sozialen und kooperativen Lerngelegenheiten auch aus pädagogischer Sicht von besonderer Bedeutung.

Warum integrative Vermittlung?

Rollende, springende und fliegende Bälle finden wir in allen Ballsportarten. Die Grundlage des Konzeptes bilden die Gemeinsamkeiten der Sportspiele. Ausgehend von der Vermittlung koordinativer und konditioneller Basiskompetenzen, stellt das Modell die allgemeine Spielfähigkeit in den Fokus. Die vier taktischen Handlungsziele aus Zusammenspiel Freilaufen und Anbieten Herausspielen von Zielschussaktionen Verwerten von Zielschussaktionen finden sich in allen Zielschussspielen wieder und bilden die Grundlage der sportspielübergreifenden und -spezifischen Handlungsfähigkeit.

Machen wir Training oder Unterricht?

Beides. Die ballstars orientieren sich am Lehrplan für die Grundschulen in Hessen: Inhalte wie „Vereinbaren und Einhalten von Regeln“ „Lösen von Spielaufgaben“ „Kleine Spiele“ „Faires Verhalten“ „Technik und Taktik“ „Teamkompetenz“ finden sich sowohl im Lehrplan als auch in unserem Konzept wieder und sind Bezugspunkte aller unserer Spiel- und Übungsformen. Dabei wissen wir: Ohne das Einüben von grundlegenden Techniken geht es nicht. Bei uns steht jedoch eindeutig das Spielen im Vordergrund. Dem kindlichen Spielbedürfnis entsprechend bilden so genannte „spielnahe Spielformen“ die Grundlage unseres Ansatzes. Die Spielidee soll dabei immer erkennbar sein. Durch das Entstehen und Lösen von Handlungsproblemen in den Spielsituationen ergibt sich eine Vielzahl möglicher Handlungsoptionen, die zur Steigerung der Spielfähigkeit beitragen.

Was ist das Ziel?

Die ballstars haben die pädagogisch verantwortungsbewusste Bewegungsförderung von Grundschulkindern als Ziel. Die Erhöhung der Bewegungszeiten und eine ballsportbezogene Bewegungsförderung sollen dazu beitragen, dass Kinder mit Freude und Können Ballsport praktizieren, miteinander in Kontakt treten und sich im fairen Umgang üben sowie durch ein Mehr an Bewegung gesund erhalten. Der Ballsport soll ihnen auch den Zugang zu Sportgruppen und Sportvereinen eröffnen.

Ausbildung

Wir freuen uns, ihr Interesse für unser Projekt ballstars geweckt zu haben. Nachfolgend möchten wir Sie über vergangene und anstehende Fortbildungsveranstaltungen informieren. Für den März 2020 ist das nächste Fortbildungsseminar geplant. Nähere Infos zum Fortbildungsangebot können sie dem nachfolgenden Link entnehmen. Für eventuelle Rückfragen steht Ihnen unser Kontaktformular zur Verfügung.

teammitglieder

Vom Projektverantwortlichen bis hin zum Gruppenleiter. Im Folgenden sind alle Beteiligten rund um das Projekt der Ballstars aufgelistet.

 

Kooperations- und Partnerschulen

Die ballstars verfügen bereits über ein Kooperationsnetzwerk mit 12 Grundschulen in Nordhessen. Durch die Einführung des neuen Partnerprogramms sollen zukünftig weitaus mehr Schulen die Möglichkeit erhalten Teil der ballstars zu werden. Im Folgenden erhalten Sie einen Überblick über alle teilnehmenden Kooperations- und Partnerschulen sowie deren geografische Lage in Nordhessen.

Kooperationsschulen

An den 12 Kooperationsschulen werden zwei Ballsportgruppen angeboten, welche eine Erhöhung der Bewegungszeit und eine ballsportbezogene Bewegungsförderung in den Fokus nehmen. Ausgebildete Übungsleiter*innen vermitteln ballstars-Kindern in jahrgangsübergreifenden Gruppen (1./2. Klasse und 3./4. Klasse) in zahlreichen Spiel- und Übungsformen die Grundlagen der Sportspiele. Im Rahmen der Zusammenarbeit werden die Kooperationsschulen wissenschaftlich begleitet.

Partnerschulen

An den Schulen des Partnerprogramms werden eine oder mehrere Ballsportgruppen angeboten. Geleitet werden die jahrgangsübergreifenden Gruppen (1./2. Klasse und 3./4. Klasse) von Grundschullehrkräften oder Übungsleiter*innen, die eine Fortbildungsveranstaltung zum Kasseler Vermittlungsmodell besucht haben.

Wissenschaft

Der Schwerpunkt der wissenschaftlichen Begleitung des Projekts liegt bislang in der systematischen Erfassung der Entwicklung der sportmotorischen (AST 6-11) und sportspielbezogenen Leistungsfähigkeit (Testung grundlegender Ballfertigkeiten und Beobachtung spieltaktischer Fähigkeiten). Im Rahmen der Erhebungen zur sportspielbezogenen Leistungsfähigkeit werden die eigens entwickelten und geprüften Testverfahren „Ball-Spiel-Test“ (BST) und „Taktik-Handlungs-Test“ (THT) eingesetzt.

Veröffentlichungen:

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